Das eigene Unternehmen gründen – Die richtige Rechtsform finden

Die Vision vom eigenen Unternehmen ist nur der erste Schritt einer erfolgreichen Gründung. Neben jenen „weichen“ Komponenten hat der Unternehmer/die Unternehmerin sich auch mit den harten Fakten auseinanderzusetzen, die sich zu einem großen Teil aus rechtlichen und steuerlichen Aspekten zusammensetzen. Besonders relevant ist die Frage nach der passenden Rechtsform.

 

Wahl der Rechtsform

Das Gesellschaftsrecht kennt einige Rechtsformen, deren Abkürzungen (GbR, OHG, KG, GmbH, AG etc.) man zwar schon einmal gehört haben mag, die aber zumindest dem Erstgründer inhaltlich wenig sagen mögen. Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Rechtsformen.

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Vorteile

Nachteile

Personengesellschaften
  • Einfache Gründung, kein Notar notwendig
  • kein Mindestkapital erforderlich
  • Gesellschafterwechsel relativ
    simpel
  • freie Beschlüsse über Gewinnverwendung
  • keine Publizitätspflichten
  • keine Mitbestimmung vorgeschrieben
  • Grundsätzlich Haftung mit dem ganzen eigenen Vermögen
  • keine Fremdgeschäftsführung möglich
  • kein Zugang zum Kapitalmarkt
  • nicht für Einzelunternehmer verfügbar

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Vorteile

Nachteile

Kapitalgesellschaften
  • Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftskapital
  • Fremdgeschäftsführung möglich
  • Konzernstrukturen möglich
  • Notar erforderlich bei Gründung und vielen weiteren Strukturmaßnahmen
  • unterliegen der Mitbestimmung
  • umfangreiche Publizitätspflichten
  • Mindestkapital von € 25.000 bzw. € 50.000
  • Pflichten zur Rücklagenbildung

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Um die passende Rechtsform zu finden, müssen insbesondere die folgenden Aspekte beachtet werden:

  1. Wie viele Personen sollen am Unternehmen beteiligt sein? Sollen mehr als eine Person am Unternehmen beteiligt werden, rücken die Kapitalgesellschaften, allen voran die GmbH in den Fokus. Die Mitgesellschafter einer Personengesellschaft laufen immer Gefahr, für die von ihren Mitgesellschaftern begründeten Verbindlichkeiten mit ihrem gesamten eigenen Vermögen haften zu müssen. Deswegen sind Existenzen schon vernichtet worden. Die Wahl sollte nur dann auf eine Personengesellschaft fallen, wenn sich die Gesellschafter uneingeschränkt vertrauen können.

  1. Welches Haftungsrisiko gibt es? Ab einer gewissen Unternehmensgröße führt oft kein Weg an der GmbH vorbei, um der unbegrenzten Haftung bei den Personengesellschaften zu entgehen. Die Kapitalgesellschaften sorgen für eine weitgehende Ausgliederung des unternehmerischen Risikos aus der Sphäre des Unternehmers. Das Haftungsrisiko ist im Einzelfall zu bestimmen und zu bewerten. So sieht sich etwa ein Frisörbetrieb einem relativ geringen Haftungsrisiko gegenüber, während viele produzierende Gewerbe Gefahr laufen, durch ihre Produkte Dritte in nicht vorhersehbarem Umfang zu verletzen.
  2. Wie viel Gründungskapital steht zur Verfügung? Steht nur wenig Gründungskapital zur Verfügung, bietet sich an, als Personengesellschaft zu starten. Insbesondere wenn es darum geht, möglichst schnell „loszulegen“ und die Geschäftsidee zu testen („Lean Startup“), kann es sich lohnen, die ersten Erfahrungen in der relativ freien Struktur der Personengesellschaften zu sammeln.
  3. Auch steuerliche Aspekte spielen bei der Rechtsformwahl eine Rolle. Nach neuerer Rechtslage unterscheidet sich die Besteuerung der Rechtsformen im Ergebnis beim Unternehmer immer weniger. Steuerliche Aspekte sollten auch nie die Hauptrolle spielen, sondern die Erwägungen nur ergänzen, ohne dafür gravierende Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

 

Lassen Sie sich im Rahmen Ihrer Gründung fachkundig beraten!

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Benjamin Schell

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